Wahrheit tut weh

Wahrheit, ein geläufiges Wort. Man hört es ständig, nicht nur in seinen eigenen Gesprächen, sondern auch in Gesprächen von anderen Mitmenschen.

Aber setzt man sich wirklich oft mit dem Begriff und noch wichtiger mit der Bedeutung auseinander oder ist es einfach

ein Wort, was schnell daher gesagt wird?


Wahrheiten können viele verschiedene Funktionen auslösen: Wut, Zorn, Hass, Freude, sprich, durch Wahrheiten folgen affektgeladene Reaktionen, zum mindest meistens.

Allerdings dürfte den meisten Menschen ein kalter Schauer über den Rücken laufen, wenn jemand zu ihnen sagt „Ich habe die Wahrheit über dich herausgefunden“.

Folflich verbinden wir oft negative Dinge mit der Wahrheit. Aber warum? Der Grund dürfte der sein, dass wir die Wahrheit verstecken wollen, da wir uns dafür schämen oder generell mit negativen Konsequenzen rechnen, sei es negative Gefühle oder anderes negatives Verhalten.

Wir verstecken die Wahrheit, weil wir in unserer Gesellschaft nicht 100 prozentig so sein können, wie wir wirklich sind. Wir wollen respektiert, geliebt und akzeptiert werden und daher passen wir uns an und machen nichts, was andere dazu veranlassen könnte, ein schlechtes und negatives Bild über uns zu haben.

Ein Mädchen, was sich zu Frauen hingezogen fühlt hat Angst, ausgegrenzt zu werden und dass hinter ihrem Rücken schlecht über sie geredet wird. Die Folge ist, dass sie die Wahrheit über sich versteckt, die Wahrheit wie sie fühlt, die Wahrheit wie sie denkt, die Wahrheit wie sie sein will, die Wahrheit wie sie ist.

Ist das der Sinn einer modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts?


Wenn Wahrheiten herauskommen, explodieren sie manchmal wie eine Bombe und reißen alles mit, was in ihrer Nähe ist. So kann es auch bei Freundschaften sein.

Eine jahrelange freundschaftliche Beziehung wird zerstört, weil man die Wahrheit ausspricht, weil man nicht mehr die Kraft hat zu verstecken, wer man ist.

Wahrheiten tun weh, sie können aber auch befreien. Durch Wahrheiten wird jedem die Möglichkeit gegeben sämtlichen Druck, der sich durch das Verstecken der Wahrheit angesammelt hat, abzuschütteln, wie das Fell eines Tieres nach dem Winter. Es braucht für den Frühling und den Sommer kein warmes Fell mehr, es möchte frei sein. Und so wollen wir auch frei sein, denn wir brauchen kein „Fell“, was unser Wesen und unsere eigentlichen Gefühle versteckt, wir wollen frei sein!


21.2.16 16:24

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